Mit deinem Hund zum Assistenzhund-Team
Ein Assistenzhund übernimmt im Alltag fest umrissene Hilfeleistungen für einen Menschen mit Behinderung. Wir bilden vor allem in Selbstausbildung aus: Du bildest deinen eigenen Hund aus, wir leiten dich an und schulen euch als Team.
Die Ausbildung dauert etwa zwei Jahre. Aufgebaut wird bei uns in Selbitz, geübt wird dort, wo die Hilfeleistung später gebraucht wird — bei dir zu Hause, unterwegs, im Alltag. Wir begleiten euch die ganze Zeit, im Umkreis von bis zu 200 Kilometern.
Gut zu wissen: Rund um Assistenzhunde ist rechtlich noch nicht alles abschließend geregelt. Was wir auf diesen Seiten schreiben, ist unser Kenntnisstand nach bestem Wissen (Stand: September 2026). Es ist keine Rechtsberatung, und wir können dafür keine Gewähr übernehmen. Verbindliche Auskünfte geben die zuständigen Behörden.
Eine Gesetzesänderung, die auch Assistenzhunde betrifft, hat das Bundeskabinett im Februar 2026 beschlossen. Sie ist aber noch nicht verabschiedet, und was am Ende gilt, steht noch nicht fest. Den aktuellen Stand veröffentlicht das Bundesministerium für Arbeit und Soziales.
Welche Assistenzhunde wir ausbilden
Die Assistenzhundeverordnung (AHundV) unterscheidet fünf Arten von Assistenzhunden. Unser Schwerpunkt sind PSB-Assistenzhunde. Teilweise bilden wir auch Warn- und Anzeige-Assistenzhunde und Signalassistenzhunde aus.
PSB-Assistenzhund
Bei psychosozialen Beeinträchtigungen, etwa einer PTBS: zeigt Anspannung früh an, holt aus Dissoziationen und gibt Sicherheit unterwegs.
Warn- und Anzeige-Assistenzhund
Bei Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes, bei anaphylaktischer Allergie oder bei Anfallserkrankungen: zeigt Anzeichen früh an, damit rechtzeitig gehandelt werden kann.
Signalassistenzhund
Bei Hörbeeinträchtigung: zeigt Geräusche wie Klingel, Wecker oder Alarm an.
Andere Arten
Mobilitätsassistenzhunde bilden wir derzeit nicht aus, Blindenführhunde gar nicht. Brauchst du eine andere Art, sprich uns trotzdem an: Wir schauen gemeinsam, ob wir der richtige Weg für euch sind oder wer es sein könnte.
Der Weg zum Assistenzhund
Vier Abschnitte über etwa zwei Jahre. An jeder Stelle sagen wir dir ehrlich, ob es weitergeht.
Vorab
Bevor irgendetwas beginnt, kommen wir ins Gespräch. Am einfachsten ist unser Fragebogen: Danach können wir schon einschätzen, ob und wie es bei euch weitergeht. Kurze Rückfragen zum Fragebogen sind kostenlos; meist beantworten wir sie per E-Mail oder in einem kurzen Telefonat. Passen die Voraussetzungen, folgt eine ausführliche Einschätzung — 60 Minuten bei uns in Selbitz, gern mit Hund, oder als geplantes Telefonat. Die Kosten nennen wir dir vorher.
Vorgespräch
Bedarf, Alltag und Ziele klären, und ob ein Assistenzhund überhaupt der richtige Weg ist.
Eignungstest
Hund und Mensch werden geprüft. Nur wenn beide Seiten passen, fangen wir an.
Ausbildung
Eigener Plan, Training der Hilfeleistungen, alles dokumentiert.
Prüfung
Die Vorbereitung läuft im Training mit, und danach bleiben wir ansprechbar.
Weiterlesen
Das Ausführliche steht auf eigenen Seiten — so liest du nur, was dich gerade betrifft.
Was wir dir zusagen
Vier Dinge, die bei uns nicht verhandelbar sind — daran darfst du uns jederzeit erinnern.
Wir sagen dir ehrlich, was geht. Auch wenn die Antwort „ein Assistenzhund ist hier nicht der richtige Weg“ lautet oder „dein Hund bringt das nicht mit“. Diesen Satz früh zu hören ist unangenehm — ihn nie zu hören kostet dich Jahre und viel Geld.
Du weißt vorher, was es ungefähr kostet. Abgerechnet wird nach geleisteten Stunden, monatlich, ohne Vorauszahlung. Vor dem Start bekommst du eine schriftliche Planung mit voraussichtlicher Stundenzahl und Kostenspanne.
Du kannst nachsehen, wo ihr steht. Euren Ausbildungsstand findet ihr in eurem Teambereich.
Du bist an nichts gebunden. Du kannst die Ausbildung jederzeit beenden oder zu einer anderen Ausbildungsstätte wechseln — wir legen dir dabei keine Steine in den Weg. Was ihr bei uns absolviert habt, steht in eurem Ausbildungsnachweis; eine Kopie bekommst du auf Wunsch jederzeit (§ 12 Abs. 3 AHundV). Ob eine andere Ausbildungsstätte eure Stunden anrechnet, entscheidet sie selbst.
Anerkannte Teams: Von uns ausgebildete Teams mit PSB- sowie Warn- und Anzeige-Assistenzhunden wurden in der Übergangsfrist vom Mein Assistenzhund e. V. geprüft, angelehnt an die Vorgaben der AHundV, und 2024 von den zuständigen Behörden anerkannt: vom Zentrum Bayern Familie und Soziales und vom Thüringer Landesverwaltungsamt. Diese Übergangsregelung ist inzwischen ausgelaufen. Wir streben die Zulassung als Ausbildungsstätte nach der AHundV an, sobald das möglich ist.
Aus der Praxis
Der Mein Assistenzhund e. V. unterstützt unsere Teams, auch finanziell. Die Einzelheiten regeln Verein und Team miteinander.